Finale-Fragmente
Remy Ballot/Altomonte Orchester
Als Höhepunkt des Brucknerjahres 2024 gelangte anlässlich der Brucknertage St. Florian mit dem Altomonte Orchester St. Florian unter Rémy Ballot die IX. Symphonie Anton Bruckners zur Aufführung. Das Besondere an diesem Abend war die Vorstellung der erhaltenen Fragmente aus dem Finale, die in ihrer Rohfassung und ohne besondere Bearbeitung gespielt wurden. Die Arbeiten am Finale waren zum Zeitpunkt des Todes Bruckners am 11. Oktober 1886 bereits weit fortgeschritten, so finden sich unter den Fragmenten unter anderem der Beginn des Satzes, das erste, zweite und dritte Hauptthema, Teile einer Durchführung sowie besagte drei Themen in der Reprise – teils als Particellskizze, teils als komplett instrumentierte Passagen. Durch die Ausführung der Fragmente lässt sich nur erahnen, welch Monument Anton Bruckner mit dem Finale seiner IX. Symphonie erneut errichtet hätte. Dieser denkwürdige Abend ist nun für die Musikwelt nachzuempfinden.
„In der Tradition seines Lehrers Sergiu Celibidache setzt Ballot auf Gemessenheit statt Geschwindigkeit. Der Vorteil ist, dass man „mehr“ hört: Der Klang wird zur Partitur hin transparent, es geht kaum ein Ton, kaum eine Figur unter. Das funktioniert auch in der vorliegenden Einspielung ausgezeichnet und passt gut zur schwierigen Akkustik der Stiftskirche.“ – NIE (Kirchenzeitung Diözese Linz)
♪♪♪♪♪ „Als Gramola 2016 Ballots Aufnahme der Neunten veröffentlichte, schrieb ich: « Seit Celibidache hat wohl kein Dirigent mehr den großen Bogen im ersten Satz der Neunten Bruckner-Symphonie so meisterhaft weit gespannt wie der Franzose Rémy Ballot. » Obwohl der Dirigent ganz leicht schneller geworden ist (oder besser. weniger langsam) bleibt dieser Bogen auch in diesem Mitschnitt von 2024 erhalten. Auch alle anderen Merkmale der früheren Aufnahme sind hier vorhanden, die bedrückende Schwere des Scherzos, die Verklärungshöhen des Adagios, und das alles sogar vielleicht noch einen Deut ausdrucksvoller.“ – Remy Franck (pizzicato)